Mittwoch, 18. Oktober 2017

Beim 12. Mal ganz entspannt nach Berlin

Es hat geklappt. Kein Rennen, kein Hetzen, sondern im Touristenmodus entspannt nach Berlin:
Ralf, der 7:50 in Hamburg startet, braucht am Ende 12 h 07 min und das bei Bedingungen, die perfekt für Rekorde waren; kräftiger Wind aus westlichen Richtungen.
Heute hätten wir mit Detlef sicher die 10 h Marke geknackt.

Die schnellsten Fahrer waren ab 5h 20 min im Ziel- das waren Velomobile aber auch aufrechte Fahrer kamen nach 7 h dort im Wassersportheim Gatow an.
siehe Ergebnisliste
Clausto und ich fuhren also mit der Bahn nach Lauenburg und standen etwa um 8 Uhr dort auf der Elbbrücke zum Start-selfie.

Am Ende der Brücke sind wir auch schon fast auf dem HH-B Track.
Wir fahren Ralfs track- der deckt sich aber zunächst noch mit allen anderen.
In Hohnstorf sehen wir dann auch schon die ersten Teams. Wir sehen natürlich nur die Teams, die zügig an uns vorbei ziehen, denn nach etwa 25 km ist noch keine Zeit für Pausen. In Bleckede sehen wir Burkhard und Andrea, die Tour-Photografen.

Foto: Andrea O.














In Alt Garge fahren wir geradeaus, aber das ist kein Geheimtip mehr, wie man an den vielen Spuren erkennen kann. Ein wenig Kopfsteinpflaster und dann rein in den Wald entlang des Elbufers. Ein Flatterband quer über den Weg und dann ein Zweites- hier muss irgendwo ein Crossrennen sein. Also schnell gequert, da kommen andere Fahrer und ich halte das Flatterband hoch für Endspurt Vorsitzender und Hauni (Benno und Jörg). Schön, schon wieder bekannte Gesichter. Wir fahren gemeinsam weiter und schnacken über sportliche Ziele.
In Neu Darchau trennen sich aber leider schon wieder unsere Wege, denn sie wollen nicht an der Elbe bleiben und damit die (einzigen) Berge auslassen, die die Strecke zu bieten hat. Ich zögere noch- aber wir wollen die Berge....
Am Fuße des Kniepenbergs überholt uns ein Einzelfahrere- darf der das?
"Wir können uns nicht alles gefallen lassen", hätte Detlef gesagt. Wir lassen ihn zunächst fahren aber am Ende muss ich doch....
Gemeinsam überfahren wir dann den "Kulminationspunkt" und zu unserer Überraschung gibt es Applaus und Hamburger Kultgetränke im Angebot.
Der Kniepenberg wird zum Kneipenberg.
Foto: Burkhard S.

Fast im Vorbeifahren erkenne ich Harald. Harald kenne ich schon lange, dank sozialen Medien, aber ich habe ihn noch nie persönlich kennen gelernt.


Foto Harald L.
Euphorisiert jagen wir den Kniepenberg hinunter und auch die nächsten Steigungen nehmen wir im Flug. Hinter Hitzacker setzen wir unseren Flug fort vorbei an einigen anderen Fahrern- nur Velomobile fliegen schneller.
Vorbei an einer größeren Gruppe Brandenburger Triathleten- wenn dass mal kein Fehler war.....Wir wollten doch bummeln, Ralf aufschließen lassen und nun müssen wir das Tempo bis Dömitz hoch halten. Die Rettung folgt- Gerhard sitzt in einer Kurve auf einer Bank und schaut den jungen Schnellen zu und isst dabei gemütlich sein Brot.


Foto: Andrea O.
In Dömitz angekommen werden wir herzlich empfangen, obwohl wir Schwarzfahrer sind, wie wir auch gleich verkündeten. Auch hatte ich mich formlos beim Vorsitzenden angemeldet. Jochen, Michael, Rolf, Uwe, Björn und Ludger und die vielen anderen Club- Mitglieder hatte ich teilweise längere Zeit nicht gesehen.
Foto: Andrea O.
Wir nahmen also, bis auf Umarmungen, keinen Service in Anspruch und fuhren weiter bis zum Bäcker am Ortsausgang.
Hier gab es sehr stark gezuckerten Kuchen- aber lekker.
Irgendwann war der Bauch voll Zuckerkuchen, etliche Fahrer an uns vorbei, da wurde uns langsam kalt. Ralf hatte sich telefonisch angekündigt, war aber immer noch nicht zu sehen. Um nicht gänzlich auszukühlen, fuhren wir wieder in Richtung Depot und merkten gleich, dass der Wind doch recht kräftig war heute.
Da kam Ralf, bunt und mit Schutzblechen und dicken Reifen. Er komplettierte unser Breitreifen- Team- fuhren doch auch wir mit 42er Bereifung- Ralf auf seinem SOMA 65O B und wir mit unseren Crossern.
Nun konnte die Fahrt endlich los gehen- doch Ralf nahm sich gleich einen Platten.
Als der fertig geflickt war, waren wir wohl so ziemlich die letzten auf der Strecke.
Unsere rasante Fahrt, mal auf dem Lenker liegend und vom Wind geschoben, wurde bis Wittenberge, nur einmal von einem weiteren Platten verzögert.
Dort an der Kreuzung mit dem MC Doof, lächelte uns eine Feldküche an.
Ralf und Klaus hatten schon wieder Hunger- Erbsensuppe mit Wurst und Currywurst mit Pommes. Die Feldküche liegt hinter Büschen- ein ideales Versteck auch für andere Schwarzfahrer und für Begleitbusse.
Ralf hatte eine schöne Strecke ausgedacht; unter anderem vorbei an der Mündung der Havel in die Elbe. Leider gab es hier hinter dem Deich viel Betonplatte und die mag ich einfach nicht- da können die Reifen noch so breit sein. In Havelberg will ich dann auch eine Pause- ich brauche Zucker.
Die Tanke, fast auf der Strecke, ist radfahrerfreundlich und bietet mir ein Ochsenauge und Kaffee in XL- Format. Klaus kann schon wieder Bockwurst.

Hinter Havelberg geht es mir wieder gut- keine Betonplatten dafür lange Geraden- so lieb ick´ s.
Unterlenker oder auf dem Lenker liegend, drücke ich auf die Pedalen- als ich auf der "Allee der Depressionen" ein anderes Team vor mir sehe, schalte ich noch einen Gang höher. Da kann mich nur ein Platten stoppen, den ich am Ende des Ortes Rhinow nehme. Noch bevor wir zum Flugplatz Stölln kommen, wo Otto Lilienthal seine Flugversuche gemacht hat , biegen wir rechts weg auf eine Strecke, die mir von nun an bis Ribbeck (B5) völlig neu ist. Schöne Gegend- da stören auch die Betonplatten wenig- die gehören einfach dazu und ein Waldweg mit viel Sand folgt. Crossen in Brandenburg- Ralf ist der Zonencrosser.
Hinter Ribbeck bekomme ich schon wieder Hunger und auf dem Radweg nach Nauen, machen wir noch einen kleinen Stopp und essen die letzten Vorräte.
Nun ist auch schon dunkel- Nauen, dann Radweg entlang der B5 ist bekannt.
Doch dann biegt Ralf irgendwo rechts weg in Richtung Potsdam.
Es fährt sich gut im Dunkeln auch als Nebel aufkommt. Es ist eben schon Herbst- auch wenn die Temperaturen heute eher sommerlich waren. Dafür schläft der Wind jetzt ein- das macht nichts, denn unsere Fahrt wird jetzt eh durch Wald und Sandwege gebremst. Am Ende, kurz vor dem Wassersportheim noch mal 4,5 km Cross im Dunkeln- das macht Spass.
Im Ziel werden wir auch dieses Mal sehr herzlich empfangen- Uwe kann es gar nicht fassen, wie lange er mich schon nicht mehr gesehen hat und brät uns eine besonders gute Wurst.
Lachen, Klönen, Leute wieder sehen, die ich lange nicht gesehen und gesprochen habe- ein schöner Abschluss eines schönen Tagesausfluges nach Berlin.
20er Schnitt brutto, wie zu den Anfängen- alles richtig gemacht.


1 Kommentar:

  1. Ein schöner Bericht und danke für den Schwatz vor der Dömitzer Brücke. Es ist schön, nicht nur surrende Räder vorbeihuschend zu hören und zu sehen.
    Ralfs letzter Streckenabschnitt mit 25er Reifen, ich war da im letzten Jahr, ist nach 265 km eine "Strafe". Da aber selbst gewählt ist das ein lustiges Detail im Nachhinein. Eine schöne Nachsaison wünsche ich und freue mich auf 2018.
    Gerhard

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